Was kostet eine OnlyFans-Agentur wirklich?
Was Agenturen üblicherweise nehmen, worauf sich der Prozentsatz wirklich bezieht und welche Gebühren nicht drinstecken. Dazu ein Rechenbeispiel, in dem dieselben 40 Prozent zu drei verschiedenen Ergebnissen führen.
Geschrieben von Jonathan F. Veröffentlicht Aktualisiert Geprüft vom OnModelStudios-Team im
Die Frage klingt einfach und hat drei Antworten, je nachdem, wen du fragst. Die Agentur sagt „35 Prozent“. Der Vertrag sagt „35 Prozent des Nettoumsatzes abzüglich Werbekosten“. Dein Kontoauszug sagt etwas Drittes. Deshalb rechnen wir hier einmal komplett durch, was eine OnlyFans-Agentur kostet: welche Provisionen üblich sind, worauf sich der Prozentsatz tatsächlich bezieht, welche Gebühren nicht in der Prozentzahl stecken und ab welchem Wachstum sich das Ganze für dich überhaupt rechnet. Wir betreiben selbst eine Agentur. Was wir nehmen, steht weiter unten, mit Zahlen.
Die kurze Antwort
Eine seriöse OnlyFans-Agentur kostet keinen festen Betrag, sondern einen Anteil am Umsatz. Üblich sind in der Branche etwa 20 bis 60 Prozent des Nettoumsatzes, also dessen, was OnlyFans dir nach seinem eigenen 20-Prozent-Anteil auszahlt. Reines Chat-Management liegt am unteren Ende, Full-Service mit Marketing, Content-Planung und Reporting am oberen. Vorabgebühren, Einrichtungskosten oder Monatspauschalen sind nicht üblich und ein Warnsignal. Teuer wird es aber selten wegen der Prozentzahl selbst. Teuer wird es wegen der Basis, auf die sie berechnet wird, und wegen allem, was zusätzlich abgezogen wird.
Wie OnlyFans-Agenturen abrechnen
Fast alle Management-Agenturen arbeiten mit einer Umsatzbeteiligung. Das ist ein echter Vorteil, denn die Agentur verdient nur, wenn du verdienst. Was Creatorinnen dabei regelmäßig unterschätzen: Der Prozentsatz ist die unwichtigste Zahl im Vertrag. Zwei Agenturen mit identischen 40 Prozent können am Monatsende einen Unterschied von mehreren hundert Euro für dich bedeuten, weil sie ihre „40 Prozent“ auf unterschiedliche Grundlagen anwenden.
Die Spanne selbst ergibt sich aus dem Leistungsumfang. Nur Chat, also nur die Betreuung deiner Nachrichten rund um die Uhr, fängt bei etwa 20 bis 30 Prozent an. Full-Service mit Chat, Marketing auf den kostenlosen Plattformen, Preis- und PPV-Strategie, Content-Planung und wöchentlichem Reporting liegt meist bei 40 bis 50 Prozent, manchmal darüber. Mehr als 50 Prozent muss eine Agentur schriftlich begründen. Meist steckt bezahlte Werbung dahinter, die sie vorfinanziert, und dann gehören diese Werbekosten einzeln aufgeschlüsselt in den Bericht.
Worauf sich der Prozentsatz bezieht: drei Definitionen von „netto“
Hier entstehen die meisten Missverständnisse, und hier entscheidet sich, was eine Agentur wirklich kostet. Die richtige Frage ist nicht „wie viel Prozent“, sondern „Prozent wovon“. Drei Varianten sind verbreitet:
- Brutto: der Betrag, den Fans bezahlen, bevor OnlyFans seine 20 Prozent einbehält. Provision auf Brutto ist die teuerste Variante: 40 Prozent auf Brutto entsprechen 50 Prozent auf Netto. So offen formuliert findest du das selten, aber es kommt vor.
- Netto nach Plattform-Anteil: das, was OnlyFans dir tatsächlich überweist. Das ist der Branchenstandard und die Basis, auf der du Angebote vergleichen solltest. Sagt eine Agentur „netto“, sollte genau das gemeint sein, und genau so sollte es im Vertrag stehen.
- Netto nach Abzügen: Die Agentur zieht vor dem Split noch eigene Posten ab: Werbebudget, Chatter-Kosten, eine „Verwaltungspauschale“, Tools. Geteilt wird erst der Rest. Auf dem Papier bleibt der Prozentsatz gleich. Tatsächlich trägst du die Abzüge zu 100 Prozent allein und teilst nur, was danach übrig ist.
Die dritte Variante ist nicht automatisch unseriös. Gibt eine Agentur echtes Werbebudget für dich aus, muss das irgendwo auftauchen. Unseriös wird es, wenn die Abzüge nicht einzeln aufgelistet sind, keine Obergrenze haben oder erst im Nachhinein auftauchen. Unsere Regel: Jeder Posten, der vor dem Split abgeht, steht mit Betrag oder Formel im Vertrag und jede Woche im Bericht.
Die versteckten Kosten
Diese Punkte stehen nicht in der Prozentzahl, kosten dich aber Geld. Jeder einzelne lässt sich vor der Unterschrift schriftlich klären:
- Einrichtungs- oder Onboarding-Gebühren. Bei seriösen Agenturen: keine. Fließt Geld von dir zur Agentur, bevor Umsatz da ist, ist das ein Ausschlusskriterium und keine Verhandlungssache.
- Content-Produktion und Equipment. Wer stellt Kamera, Licht, Studio, Shootings? Wenn die Agentur etwas „stellt“, muss im Vertrag stehen, ob das in der Provision enthalten ist oder extra kostet. Ein Fall, der auf Reddit immer wieder auftaucht: Equipment wird als inklusive verkauft und später zur Hälfte in Rechnung gestellt.
- Werbebudget. Bezahlte Promo auf Instagram, Twitter oder über Shoutouts kann sinnvoll sein, ist aber teuer. Kläre, wer sie zahlt, wer über die Höhe entscheidet, ob es eine monatliche Obergrenze gibt und ob sie vor oder nach dem Split verrechnet wird.
- Mindestlaufzeit und Kündigung. Eine Laufzeit ist keine Gebühr, kostet dich aber trotzdem: Bist du zwölf Monate an eine Agentur gebunden, die schon im dritten Monat nicht liefert, zahlst du neun Monate Provision für einen Account, den du allein besser führen würdest. Unser Ratgeber zum Agenturvertrag geht die Klauseln einzeln durch.
- Provision nach Vertragsende. Manche Verträge sehen vor, dass die Agentur nach der Kündigung noch monatelang an Fans mitverdient, die „sie gebracht hat“. Ohne festes Enddatum und ohne Formel ist das ein Nachlauf ohne Ende.
- Auszahlung über die Agentur. Zahlt die Plattform an die Agentur und die Agentur an dich, hast du im Streitfall nichts in der Hand. Dazu kommen Wechselkurs und Gebühren für eine zweite Überweisung. Die Auszahlung muss direkt von der Plattform auf dein Konto gehen, ohne Umweg.
Was die Provision enthalten muss
Damit die Prozentzahl überhaupt vergleichbar ist, muss klar sein, was drinsteckt. Bei Full-Service gehört mindestens dazu: ein Chat, der mit echten Schichten besetzt ist (das ist der teure Teil, und hinter einer verdächtig niedrigen Provision steckt meist ein Chat, der nur stundenweise besetzt ist), Marketing, dessen Ergebnisse gemessen werden, Preis- und PPV-Strategie, Content-Planung und jede Woche ein aufgeschlüsselter Bericht. Was im Detail in welche Stufe gehört, steht im Ratgeber zur Provision. Für die Kostenfrage reicht die Kurzform: Fehlt einer dieser Punkte, ist der Prozentsatz zu hoch. Egal, wie niedrig er klingt.
Rechenbeispiel: dieselben 40 Prozent, drei Ergebnisse
Die Zahlen sind ausgedacht und sollen nur zeigen, wie das funktioniert. Eine Creatorin macht 5.000 $ Bruttoumsatz im Monat. OnlyFans behält 20 Prozent, ausgezahlt werden 4.000 $. Drei Agenturen bieten jeweils „40 Prozent“:
- Agentur A rechnet auf Netto nach Plattform-Anteil. 40 Prozent von 4.000 $ sind 1.600 $ Provision. Der Creatorin bleiben 2.400 $.
- Agentur B rechnet auf Brutto. 40 Prozent von 5.000 $ sind 2.000 $. Der Creatorin bleiben 2.000 $, also 400 $ weniger als bei A, bei identischer Prozentzahl.
- Agentur C rechnet auf Netto nach Abzügen. Vor dem Split gehen 600 $ Werbebudget und 200 $ „Tools“ ab, bleiben 3.200 $. 40 Prozent davon sind 1.280 $ Provision; die Creatorin bekommt 1.920 $. Auf dem Papier die niedrigste Provision, in der Tasche das wenigste Geld, weil sie die 800 $ Abzüge allein trägt.
Das Beispiel ist erfunden, und die Abzüge bei C wären in Ordnung, wenn sie Umsatz bringen und offen ausgewiesen sind. Worum es eigentlich geht: Mit der Frage „wie viel Prozent“ hätten alle drei Angebote gleich ausgesehen. Erst „Prozent wovon, und was wird vorher abgezogen“ zeigt, dass zwischen dem besten und dem schlechtesten Angebot 480 $ im Monat liegen. Unser Provisions-Rechner rechnet dir das für deine eigenen Zahlen durch, Plattform-Anteil inklusive.
Ab wann lohnt sich das überhaupt?
Umsonst ist eine Agentur nur, wenn sie mehr Wachstum bringt, als sie kostet. Die Schwelle ist reine Arithmetik: Bei 40 Prozent Provision behältst du 60 Prozent, also muss dein Umsatz um mindestens zwei Drittel steigen (40 geteilt durch 60), bevor du auch nur einen Euro mehr hast als allein. Bei 50 Prozent muss er sich verdoppeln. Bei 25 Prozent Nur Chat reicht ein Drittel mehr.
Deshalb lohnt sich eine Agentur unter etwa 1.000 $ Monatsumsatz fast nie. Dort fehlt vor allem Reichweite, und ein Prozentsatz auf kleine Zahlen macht sie nur noch kleiner. Sinnvoll wird es, wenn in deinen DMs Geld liegen bleibt, das du allein nicht mehr abholst: unbeantwortete Nachrichten, die US-Zeitzone, in der du schläfst, Kampagnen, die du nie verschickst, weil du gerade drehst. Dann kaufst du dir mit der Provision Stunden, die du selbst nicht hast, und die Rechnung kann aufgehen. Eine seriöse Agentur nennt dir vor der Unterschrift eine Wachstumszahl für deinen konkreten Account, mit Begründung, und lässt sich daran messen.
Was im deutschsprachigen Raum dazukommt
Drei Punkte, die englische Ratgeber auslassen. Erstens die Währung: OnlyFans zahlt in US-Dollar aus, die Provision wird auf Dollar berechnet, und zwischen Auszahlung und deinem Euro- oder Franken-Konto liegen Wechselkurs und Bankgebühren. Das ist keine Agenturgebühr, aber es sind zwei bis vier Prozent, die in keiner Prozentrechnung auftauchen. Zweitens die Steuer: Die Provision ist eine Betriebsausgabe, aber dein Umsatz ist der volle Betrag vor Provision, und je nach Land und Umsatzhöhe kommt Umsatzsteuer dazu. Das ist keine Steuerberatung. Sprich mit einer Steuerberaterin, die Creator-Einkommen kennt, vor der Unterschrift und nicht danach. Drittens die Vertragssprache: Viele Agenturen arbeiten mit englischen Verträgen und ausländischem Gerichtsstand. Lies die Kostenklauseln im Original und nicht in der Zusammenfassung, die dir jemand im Call vorliest.
Was OnModelStudios nimmt
Damit dieser Artikel nicht nur über andere redet: Unsere Provision liegt zwischen 25 und 55 Prozent des Nettoumsatzes, also dessen, was die Plattform dir nach ihrem 20-Prozent-Anteil auszahlt. Nie auf Brutto, und nie auf ein „netto“, das wir nicht schriftlich definiert haben. Nur Chat beginnt bei etwa 25 Prozent, Full-Service liegt darüber; wo genau, hängt vom Leistungsumfang ab und davon, ob du bei null startest oder mit bestehender Reichweite. Keine Vorabkosten, keine Einrichtungsgebühr, keine Mindestlaufzeit. Auszahlungen gehen von der Plattform direkt an dich. Die genaue Zahl wird im Erstgespräch schriftlich festgehalten, bevor irgendetwas unterschrieben wird, und genau so steht sie im Vertrag. Unsere Prüfliste für Agenturen enthält den Punkt, den wir selbst nur teilweise erfüllen. Auch das gehört zur Kostenfrage.
Häufige Fragen
Keinen festen Betrag, sondern einen Anteil am Umsatz: üblich sind 20 bis 60 Prozent des Nettoumsatzes nach dem 20-Prozent-Anteil der Plattform, abhängig vom Leistungsumfang. Bei 4.000 $ Netto und 40 Prozent Provision sind das 1.600 $. Monatspauschalen oder Vorabgebühren sind nicht üblich.
Weiterlesen
Willst du, dass wir das übernehmen?
Zwei Minuten Bewerbung, am besten passend ab rund $3.000 Monatsumsatz. Ein Manager meldet sich innerhalb von 4 Stunden auf WhatsApp oder Telegram — garantiert — und sagt dir, was wir an deinem Account ändern würden.