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OnlyFans-Agentur-Vertrag: jede Klausel, die du vor der Unterschrift prüfen musst

Klausel für Klausel durch den OnlyFans-Agentur-Vertrag: Provision, Laufzeit und Ausstieg, Account-Zugang, Content-Grenzen und die Red Flags, bei denen du das Gespräch sofort beendest.

Geschrieben von Jonathan F. Veröffentlicht Aktualisiert Geprüft vom OnModelStudios-Team im

Deutsche Fassung unseres englischen Ratgebers · Englisches Original

Der Videocall war angenehm, die Zahlen klangen gut, und am nächsten Morgen liegt ein PDF im Postfach. Das Gespräch war Werbung. Was wirklich gilt, steht im PDF. Wir hören viele Horrorgeschichten von Creatorinnen, die eine andere Agentur verlassen haben, und jede davon geht auf eine Klausel zurück, die schon vor der Unterschrift offen dalag. Hier ist die Checkliste, die wir unserer eigenen Schwester in die Hand drücken würden. Und ja, sie funktioniert auch bei unserem Vertrag.

Muster-Checkliste: was in jedem Agenturvertrag stehen muss

Wer nach einem „Mustervertrag“ sucht, will meistens wissen, was drinstehen muss. Genau diese Liste steht hier. Jeder Punkt gehört schriftlich in den Vertrag, ein Versprechen im Gespräch davor reicht nicht.

  1. Die Provision als Zahl, und worauf sie berechnet wird: vom Brutto oder erst nach dem 20-%-Anteil der Plattform.
  2. Was die Provision abdeckt: Chat, Promo, Reporting. Keine Zusatzgebühren, die erst nach der Unterschrift auftauchen.
  3. Keine Vorabgebühren: keine Einrichtungs- oder Onboarding-Gebühr, kein „Marketing-Paket“.
  4. Laufzeit und Kündigungsfrist in Tagen, ohne Ausstiegsgebühr und ohne automatische Verlängerung über Monate.
  5. Kein Anteil nach dem Ende: Die Agentur verdient nicht an Einnahmen mit, die nach deiner Kündigung entstehen.
  6. Auszahlungen auf dein eigenes Konto: Die Plattform zahlt an dich, die Agentur stellt ihre Provision danach in Rechnung.
  7. Login und Zwei-Faktor bleiben bei dir. Die Agentur bekommt Zugang, den du jederzeit entziehen kannst.
  8. Deine Grenzen, schriftlich, und wer sie im Chat durchsetzt, wenn ein Fan mehr will.
  9. Nutzungsrechte an deinem Content: nur für deinen Account und nur für die Vertragsdauer, danach Löschung der Kopien.
  10. Reporting: was du bekommst, wie oft und aufgeschlüsselt nach Abos, Nachrichten und Trinkgeldern.
  11. Vertraulichkeit in beide Richtungen: Die Agentur ist dir gegenüber genauso zur Verschwiegenheit verpflichtet wie du ihr gegenüber.

Einen Mustervertrag zum Ausfüllen veröffentlichen wir bewusst nicht: Ein Vertrag muss zu deiner Situation passen, und das schafft keine Vorlage. Nimm die Checkliste mit ins Gespräch mit der Agentur und lass den fertigen Vertrag im Zweifel vor der Unterschrift anwaltlich prüfen. Was die einzelnen Klauseln bedeuten, erklären die Abschnitte unten.

Die Provisionsklausel: eine Zahl, schriftlich, alles drin

Der Prozentsatz ist nur die Schlagzeile, um das Geld geht es in den Formulierungen drumherum. Du willst eine einzige Zahl, als Prozentsatz einer klar definierten Umsatzbasis, und alles, was die Agentur für dich tut, ist darin enthalten. Branchenstandard als Basis ist dein Netto-Plattformumsatz, also das, was die Plattform nach ihren 20% an dich auszahlt. Vorsicht bei Verträgen, die die Provision stillschweigend auf den Bruttoumsatz rechnen: Bei 40% kostet dich eine Brutto-Basis zusätzlich 8 Prozentpunkte deines echten Einkommens.

Und schau genauso auf das, was neben der Zahl steht. „Marketing-Budgets werden separat abgerechnet.“ „Content-Produktion zum Selbstkostenpreis.“ „Einrichtungsgebühr.“ Eine seriöse Agentur rechnet alles über ihre Provision ab, denn nur dann hängt ihr Verdienst wirklich an deinem Wachstum. Unsere liegt bei 25% bis 55% des Netto-Umsatzes nach dem 20%-Anteil der Plattform, je nach Umfang, und wird vor dem Onboarding schriftlich vereinbart. Die Spanne steht öffentlich in unseren FAQ, und genau diesen Abgleich solltest du bei jeder Agentur machen: Passt der Vertrag zu dem, was sie öffentlich verspricht?

Laufzeit und Ausstieg: wie schlimm es werden kann

Lies die Ausstiegsregeln zuerst, noch vor allem anderen. Es geht um drei Fragen: Wie lang ist die Erstlaufzeit, welche Kündigungsfrist gilt, und was kostet es, zu gehen? Gute Antworten: keine oder nur eine kurze feste Laufzeit, 14 bis 30 Tage Frist, keine Ausstiegsgebühren. Schlechte Antworten: zwölf Monate mit automatischer Verlängerung, 90 Tage Frist und ein „Buyout“, der sich nach mehreren Monaten durchschnittlicher Provision bemisst.

Eine Mindestlaufzeit ist nicht automatisch Betrug. Eine Agentur, die vorab viel investiert, hat ein echtes Argument für eine Mindestlaufzeit. Aber die Beweislast liegt bei ihr, und die Strafstruktur verrät, womit sie ihre Kundinnen halten will: mit Ergebnissen oder mit Papierkram. Wenn es nicht läuft, musst du gehen können. Das ist unser Standard, und weniger solltest du nirgends akzeptieren.

Account-Zugang und Auszahlungen: nicht verhandelbar

An dieser Klausel trennen sich unbequeme Verträge von gefährlichen. Der Account gehört dir. Dein Login, deine Zwei-Faktor-Authentifizierung, deine Auszahlungsdaten, dein Ausweis in der Verifizierung. Eine Agentur braucht Zugang zum Account, um DMs und Posts zu übernehmen, und dafür gibt es sichere Wege, die du jederzeit widerrufen kannst. Nie braucht sie dagegen Zugriff auf deine Auszahlungsdaten. Das Geld geht von der Plattform direkt an dich, jedes Mal, und die Provision wird danach in Rechnung gestellt.

Leitet ein Vertrag die Plattform-Auszahlungen über die Agentur, setzt er dich auf einen Account, den die Agentur angelegt hat, oder macht er die Agentur zur Inhaberin deiner Verifizierungsidentität, dann klappst du den Laptop zu. Irgendwann gehst du, ob bei uns oder bei jeder anderen Agentur. Account, Fans und Geld müssen dann längst bei dir liegen.

Content und Grenzen: schriftlich und im Chat durchgesetzt

In den Vertrag gehört, was du vor der Kamera machst und was nicht, ob dein Gesicht zu sehen ist, welche Länder geblockt werden und, am wichtigsten, was das Chat-Team Fans in deinem Namen versprechen darf. Ein Chatter, der Wunschvideos (Customs) verkauft, die du nie zugesagt hast, ist kein ausgedachtes Szenario. Das ist der häufigste Grenzverstoß in dieser Branche. Dagegen hilft nur eine schriftliche Tabu-Liste, auf die das Chat-Team geschult und an der es regelmäßig geprüft wird. Behandelt eine Agentur das als Sonderwunsch, nimmt sie Grenzen nicht ernst. Sie ist nur noch nicht aufgeflogen.

Content-Rechte nach deinem Ausstieg

Wer darf deinen Content nutzen, wo, wie lange, und was passiert damit, wenn der Vertrag endet? Sauber sieht das so aus: Der Content gehört dir. Die Agentur bekommt eine begrenzte Lizenz, ihn für den Betrieb und die Promotion deiner Accounts zu verwenden, solange die Vereinbarung läuft. Endet die Vereinbarung, endet die Lizenz. Misstrauisch machen sollten dich unbefristete Lizenzen, Rechte an Namen und Abbild über die Laufzeit hinaus und Klauseln, nach denen die Agentur nach deinem Ausstieg weiter „Fan-Pages“ mit deinem Material betreiben darf.

Vertraulichkeit in beide Richtungen

Du gibst einer Agentur tiefen Einblick in dein Einkommen und deine Identität. Eine gegenseitige Vertraulichkeitsvereinbarung ist deshalb Standard, und du solltest sie erwarten. Diskretion gehört in dieser Branche zur Leistung dazu. Achte nur darauf, dass sie wirklich in beide Richtungen gilt. Ein Vertrag, in dem allein du schweigen musst, verrät dir, wen er schützt.

Was im deutschsprachigen Raum dazukommt

Vier Punkte, die in englischen Vorlagen fehlen. Vertragssprache: Ein englischer Vertrag bindet dich auch dann, wenn du eine Klausel nicht verstanden hast. Lass dir Unklares erklären oder übersetzen, bevor du unterschreibst, nicht hinterher. Anwendbares Recht und Gerichtsstand: Steht dort ein Land, in dem du im Ernstfall nie klagen würdest, ist die Klausel praktisch eine versteckte Ausstiegsgebühr. Textform: Es muss ausdrücklich reichen, per E-Mail zu kündigen. Ein Einschreiben an eine Adresse im Ausland ist eine echte Hürde. Identität und Daten: Wer anonym arbeitet, sollte schriftlich haben, dass Klarname, Ausweis und Adresse getrennt vom Reporting liegen und nach Vertragsende gelöscht werden. Wir sind ein Management-Team und keine Anwälte. Für alles davon ist eine Stunde bei einer Anwältin oder einem Anwalt die günstigste Versicherung, die du bekommen kannst.

Die schnelle Red-Flag-Liste

Bei jedem dieser Punkte beendest du das Gespräch: Provision auf Brutto, die als Provision auf Netto ausgegeben wird. Gebühren, die fällig werden, bevor du einen Euro verdient hast. Auszahlungen über die Agentur. Exklusivität, die die Kündigung überlebt. Ausstiegsstrafen in Höhe mehrerer Monatsprovisionen. Mündliche Antworten auf schriftliche Fragen. Eine harmlose Erklärung gibt es für keinen dieser Punkte oft genug, um darauf zu wetten.

Was du vor der Unterschrift konkret tust

Lies den Vertrag zweimal, langsam, mit dieser Seite daneben. Bitte darum, jedes mündliche Versprechen in den Vertrag zu schreiben; eine seriöse Agentur hat damit kein Problem. Gleich den Vertrag mit dem ab, was die Agentur öffentlich sagt. Unsere 10-Punkte-Checkliste ist genau für diesen Abgleich gebaut. Und rechne mit dem Provisions-Rechner selbst nach, was der Prozentsatz in Geld bedeutet, bevor dich jemand im Gespräch auf eine Zahl festnagelt. Zwei Stunden Sorgfalt an dieser Stelle bringen mehr als jede Verhandlungstaktik danach.

Und falls die Prüfung zu spät kommt, weil du schon drinsteckst und raus willst: Der Ausstiegs-Ratgeber geht die fünf Schritte der Reihe nach durch.

Häufige Fragen

Einen Mustervertrag zum Ausfüllen veröffentlichen wir nicht, denn ein Vertrag muss zu deiner Situation passen. Was hilft, ist die Muster-Checkliste oben: elf Punkte, die schriftlich im Vertrag stehen sollten, von der Provision und ihrer Berechnungsgrundlage über die Kündigungsfrist bis zu den Nutzungsrechten an deinem Content. Im Zweifel lässt du den Vertrag vor der Unterschrift anwaltlich prüfen.

Willst du, dass wir das übernehmen?

Zwei Minuten Bewerbung, am besten passend ab rund $3.000 Monatsumsatz. Ein Manager meldet sich innerhalb von 4 Stunden auf WhatsApp oder Telegram — garantiert — und sagt dir, was wir an deinem Account ändern würden.